

Sie ragt weit über den Dachfirst unseres Hauses, meine wunderbare Lärche! Ich kann Höhen und Weiten ganz schlecht schätzen, und so wage ich das auch nicht. Ganz gerade gewachsen ist sie mit gleichmäßigen, weit ausladenden, breiten Ästen, die jetzt in dem wunderbar strahlenden Maiengrün leuchten und unendlich viele kleine weinrote Zäpfchen tragen. Ganz oben macht sie einen kleinen Schlenker nach rechts, als wollte sie sagen: genug gerade gewachsen, jetzt mal was anderes! Sie ist gewaltig und imposant! Sie macht Eindruck! Jeden Tag schaue ich an ihr hoch und sage ihr, wie sehr ich sie liebe. Die Liebe läßt etwas nach, wenn meine Lärche im Herbst alle ihre unzähligen weichen Nadeln gelb färbt und - überall hin verstreut. Keine Stelle im Haus - über Wochen! - wo keine Lärchennadeln sich finden: sogar in der Waschmaschine und im Katzentopf! Nun ja, so ist das eben: alles hat seine zwei Seiten. Wenn ich dann auf der Terrasse gelbbraune Berge von Lärchennadeln zusammenfege und stöhne, dann denke ich schon wieder: aber im Frühjahr....... So ist das mit der Liebe! Frohe Pfingsten und viel Sonne und Freude wünscht Jutta